Feste Vraath

FesteVraath1.jpg

Zahlreiche Jahrhunderte waren Händler und Karawanen entlang der Morgenstrasse durch den Hexenwald unterwegs. Die Soldaten, die in der Feste stationiert waren, stellten die wichtigen Verteidiger des Gebietes dar. Ihre Anwesenheit sorgte dafür, dass die Strassen für die fahrenden Händler sicher waren.
Etliche Jahre vor der Pest in Baldurs Tor, trat ein ehrgeiziger junger Mann namens Amery Vraath das Erbe seiner Familie an und übernahm die Kontrolle über die Feste. Nach der Entdeckung der Krypta des Hexenmeisters beanspruchte Amery den ganzen Hexenwald für sich. Er wollte sein neues Herrschaftsgebiet von allem Bösen reinigen. Zu den größten Ärgernissen gehörte für ihn ein Waldriesenstamm, der tief im Wald hauste. Dieser Stamm war als Krummzähne bekannt und normalerweise belästigte er niemanden, wenn er auch hin und wieder über die eine oder andere Händlerkarawane herfiel, die den Morgenweg benutzte.
Dem ungestümen jungen Fürsten gelang es, eine beeindruckende Truppe von Abenteurern und Söldnern zu versammeln und eines Frühsommermorgens, als er zu der Ansicht gelangte, dass seine Armee stark genug wäre, führte er sie in den Krieg gegen die Krummzähne. Die Schlacht war wild und wogte lange Zeit hin und her. Letztlich blieb Amery siegreich und die Waldriesen mussten in die Nahen Berge fliehen. Die Soldaten brannten die Waldfestung der Riesen nieder und kehrten siegestrunken nach Vraath zurück.
Ihr Freudentaumel sollte nur von kurzer Dauer sein. Eine Woche später kehrten die überlebenden Krummzähne zurück und griffen die Feste Vraath während eines fürchterlichen Gewitters an. Die Riesen bombardierten die Festung die ganze Nacht mit großen Felsbrocken und deckten die Verteidiger mit einem Hagel riesiger Giftpfeile ein. Als die Sonne über dem Schauplatz des Massakers aufging, waren vier weitere Krummzähne gefallen, doch in der Festung selbst gab es weder Soldaten noch Bewohner. Jene wenigen, die den Ansturm überlebt hatten, waren von den Riesen verschleppt worden. Die Riesen planten, sie bei ihrer eigenen Siegesfeier zu verspeisen. Nur Amery Vraath war die Flucht gelungen. Der junge Fürst hatte sich in das Gewölbe unter der Festung geflüchtet, nachdem er von einem Riesen mit einem Pfeil angeschossen worden war. Amery hoffte, so sein Leben zu retten, doch seine Hoffnung erwies sich als trügerisch, da er langsam und qualvoll an der vergifteten Wunde starb. Hartnäckige Gerüchte besagen, dass sein Geist noch immer die Ruinen der Festung heimsucht und jene, die es gewagt haben, die Morgenstrasse des Nachts zu bereisen, haben schaurige Geschichten darüber erzählt, dass seine gequälten Schreie manchmal von tief unter dem Grund empordringen.

Feste Vraath

Faerun Kampagne Afterbusiness